LED-Lichtkasten-Beleuchtung erklärt

Kantenbeleuchtet vs. Hinterleuchtet

Mit einem realen CL005-Praxisbeispiel

Die Wahl der richtigen Beleuchtungsmethode für einen LED-Lichtkasten oder ein Leuchtschild ist entscheidend für eine gleichmäßige Ausleuchtung, lange Lebensdauer und ein professionelles Endergebnis. Einer der häufigsten Fehler besteht darin, eine kantenbeleuchtete Lösung einzusetzen, obwohl eine hinterleuchtete Konstruktion technisch die bessere Wahl wäre.

In diesem Beitrag erklären wir:

  • die zwei grundlegenden Beleuchtungsarten für Lichtkästen

  • wann Kantenbeleuchtung sinnvoll ist und wann nicht

  • wann Hinterleuchtung die richtige Lösung ist

  • wie CL005 LED-Hinterleuchtungsmodule korrekt eingesetzt werden

  • wie Netzteile richtig dimensioniert werden

  • ein reales Praxisbeispiel mit 24 Modulen


Zwei Möglichkeiten, einen Lichtkasten zu beleuchten

Für LED-Lichtkästen gibt es zwei grundsätzlich unterschiedliche Beleuchtungskonzepte. Diese sind nicht austauschbar und müssen passend zur Konstruktion gewählt werden.

1) Kantenbeleuchtete Acrylplatten

Bei der Kantenbeleuchtung wird das Licht über die Kante in das Acryl eingekoppelt und verteilt sich durch interne Lichtführung im Material.

Diese Methode eignet sich besonders, wenn:

  • die Bautiefe sehr gering ist

  • Zugang zu einer oder mehreren Acrylkanten besteht

  • eine sehr schlanke, architektonische Lösung gewünscht ist

Hi-Line Lighting bietet eine komplette Serie von Kantenbeleuchtungsmodulen für solche Anwendungen. Alle Produkte der Kantenbeleuchtung finden Sie hier:

https://www.hiline-lighting.co.uk/gb/99-led-edge-lighting

Wichtige technische Regel:
Bei höheren Lichtkästen muss die Kantenbeleuchtung ausgeglichen erfolgen, in der Regel von oben und unten. Ist nur eine Kante zugänglich, nimmt die Gleichmäßigkeit mit zunehmender Höhe deutlich ab.


2) Hinterleuchtete Lichtkästen (CL005)

Bei der Hinterleuchtung werden LED-Module hinter dem Acryl montiert und strahlen das Licht direkt nach vorne in den Lichtkasten.

Das Hauptprodukt von Hi-Line Lighting für diese Anwendung ist:

CL005 LED-Hinterleuchtungsmodul
https://www.hiline-lighting.co.uk/gb/led-channel-letters/411-led-back-lighting-cl005-5060440713200.html

Hinterleuchtung wird bevorzugt eingesetzt, wenn:

  • kein Zugang zur unteren oder seitlichen Kante möglich ist

  • der Lichtkasten relativ hoch oder groß ist

  • rückseitig bedrucktes Acryl verwendet wird

  • eine sehr gleichmäßige Ausleuchtung erforderlich ist

Hinterleuchtete Lösungen benötigen in der Regel mehr Bautiefe als kantenbeleuchtete Systeme, bieten jedoch deutlich mehr Flexibilität bei konstruktiven Einschränkungen.


Warum in diesem Fall Hinterleuchtung gewählt wurde

In einem konkreten Projekt wurde zunächst eine Kantenbeleuchtung in Betracht gezogen. Aufgrund der Konstruktion war jedoch kein Zugang zur unteren Acrylkante möglich.

Ohne untere Kantenbeleuchtung:

  • ist Lichtabfall unvermeidbar

  • kann keine gleichmäßige Ausleuchtung garantiert werden

  • werden die technischen Grenzen der Kantenbeleuchtung überschritten

Aus diesem Grund wurde eine hinterleuchtete Lösung mit CL005-Modulen gewählt. Dies ist ein sehr typisches Szenario aus der Praxis.


CL005 LED-Hinterleuchtungsmodule – Überblick

Das CL005 ist ein 12V Konstantspannungs-LED-Modul, speziell entwickelt für Lichtkästen und Leuchtschilder.

Wesentliche Eigenschaften:

  • Betriebsspannung: 12V DC

  • Leistungsaufnahme: 1,6W pro Modul

  • Lieferung in verbundenen Ketten

  • Ausgelegt für eine gleichmäßige Verteilung hinter dem Acryl


Ketten, Stränge und elektrische Grenzen

CL005-Module werden in Ketten mit bis zu 30 Modulen geliefert.

Das bedeutet nicht, dass 30 Module verwendet werden müssen.

Es bedeutet:

  • 30 Module sind das Maximum pro elektrischem Strang

  • Es gibt keine Mindestanzahl

  • Die Kette kann auf jede gewünschte Länge gekürzt werden

Beispiele:

  • 24 Module in einem Strang → problemlos

  • 15 Module in einem Strang → problemlos

  • 1 Modul → ebenfalls möglich


Was passiert bei mehr als 30 Modulen?

Werden mehr als 30 CL005-Module benötigt, müssen diese auf mehrere elektrische Stränge aufgeteilt werden.

Korrekte Beispiele:

  • 40 Module → 30 + 10

  • 40 Module → 2 × 20

Diese Stränge werden parallel an das Netzteil angeschlossen.

Einfach erklärt:

  • Jeder Strang hat eine eigene Plus- und Minusleitung

  • Alle Stränge gehen direkt zurück zum Netzteil

  • Ein Strang darf niemals den nächsten speisen

Optisch können die Module wie eine durchgehende Linie wirken, elektrisch muss die Leitung jedoch korrekt getrennt werden.


Modulabstand – praktische Empfehlung

Für rückseitig bedrucktes Acryl und eine Bautiefe von ca. 75–80 mm gilt:

  • Empfohlener Startwert: 100–120 mm Modulabstand (Mitte zu Mitte)

Engerer Abstand verbessert die Gleichmäßigkeit. Größere Abstände erhöhen das Risiko von Hotspots. Der endgültige Abstand muss immer durch Praxistests bestätigt werden.


Netzteilauslegung (Praxisbeispiel)

Jedes CL005-Modul benötigt:

  • 1,6W bei 12V

Reales Beispiel

  • 24 Module × 1,6W = 38,4W

Empfohlene Reserve:

  • mindestens 20 % Leistungsreserve

38,4W + 20 % ≈ 46–47W

Ein 60W 12V Konstantspannungs-Netzteil ist daher eine sichere und sinnvolle Wahl:

https://www.hiline-lighting.co.uk/gb/non-dimmable/432-led-driver-60w-12v-ip67-5060440713422.html
Referenz: HL-60W-12V-IP67-EC

Pro Lichtkasten wird ein Netzteil verwendet, was die Verkabelung vereinfacht und die Zuverlässigkeit erhöht.


Größeres Netzteil – optional für lange Lebensdauer

Der Einsatz eines größeren Netzteils, z. B. 100W, ist elektrisch zulässig.

Vorteile:

  • geringere thermische Belastung

  • weniger Stress für Bauteile

  • längere Lebensdauer

Dies wird häufig bei Projekten mit 10-jähriger Betriebsdauer oder erweiterten Garantieanforderungen gewählt. Nachteil ist lediglich die größere Bauform.


Anschluss und Schutz

Für IP-geschützte Installationen empfiehlt sich der Einsatz von Anschluss- und Schutzboxen:

https://www.hiline-lighting.co.uk/gb/connectors/1051-3-pin-ip68-connector-protection-box-5-8mm-5060440717727.html
Referenz: HL-3PMC-IP68-508

Üblicherweise werden zwei Stück pro Netzteil verwendet, eine für den Eingang und eine für den Ausgang.


Warum Tests unerlässlich sind

Auch bei korrekter Berechnung beeinflussen folgende Faktoren das Endergebnis:

  • Acryltyp und Stärke

  • Druckdichte

  • Bautiefe

  • Innenreflexion

Daher ist ein realer Test oder Musteraufbau immer erforderlich, bevor die Serienfertigung beginnt.


Zusammenfassung

  • Kantenbeleuchtung eignet sich für flache Konstruktionen mit freiem Kantenzugang

  • Hinterleuchtung ist die richtige Lösung bei konstruktiven Einschränkungen

  • CL005-Module sind flexibel kürzbar bis 30 Module pro Strang

  • Mehr als 30 Module erfordern parallele Stränge

  • Netzteile immer mit Reserve auslegen

  • Mit engerem Modulabstand beginnen

  • Tests sind unverzichtbar


Wenn Sie Unterstützung bei der Auswahl der richtigen Beleuchtungslösung benötigen, steht Ihnen das Hi-Line Lighting Team gerne zur Verfügung.

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